«… und mach' mir die Welt, wie sie mir gefällt.»

zum Nationalfeiertag 2017

Pippi Langstrumpf singt: «Ich mach' mir die Welt, wie sie mir gefällt.» Wie wunderbar für ein Kind, dass für den Moment lebt und dabei auf nichts und niemanden Rücksicht nehmen muss. Gilt das auch für uns Erwachsene. Ich könnte den Eindruck bekommen, überfliege ich die unzähligen Kommentare und Festeinladungen zum Nationalfeiertag.

Ich mach mir die Welt, wie sie mir gefällt. Bei den meisten ist das eine Welt, wie sie früher war oder wie sie in der Vorstellung gerne gewesen sein soll. Abgesehen davon, dass das (Über-)Leben im Mittelalter für viele kein Zuckerschlecken war, bedeuteten doch die gesellschaftlichen Verhältnisse für die ganz grosse Mehrheit der Bevölkerung «viel Arbeit – wenig Mitsprache».

Die nationalistisch geprägten Kreise, die die verklärten Bilder einer folkloristischen, ländlichen Schweiz verherrlichen, nehmen für sich in Anspruch, einzig sie würden die Interessen der Schweizer Bevölkerung vertreten. Die Schweiz besteht aber nicht nur am 1. August. Wird wahre Heimatliebe nicht von denen gezeigt, die zukunftsfähige Lösungen für die vielfältigen Herausforderungen für die Zeit nach dem Nationalfeiertag erarbeiten? Für die Sicherung der Altersvorsorge, für eine Energiezukunft ohne AKW’s, für die Integration aller in der Schweiz lebenden Menschen? Und dazu gehört auch die internationale Zusammenarbeit bei den Aufgaben, die die Schweiz nicht alleine bewältigen kann.

Bewahren wir unser kulturelles Erbe, geniessen wir es, aber ohne es zu verklären und es willkürlich auf die Folklore zu begrenzen. Zum kulturellen Erbe gehören neben dem Fahnenschwingen auch der Mundart-Rock, die humanitäre Tradition beim Schutz der Flüchtlinge, die Vermittlungsdienste bei internationalen Konflikten und der Pioniergeist – sei es der eines Louis Favres beim Bau des ersten Gotthardeisenbahntunnels oder der eines Bertrand Picards mit seinem Solarflugzeug.

Mit dem Willen eine «schweizerische» Welt zu schaffen, die nicht nur heute und nur einer Gruppe gefällt, sondern möglichst allen Einwohnerinnen und Einwohnern eine Perspektive für die Zukunft bietet, zeigen wir den Zusammenhalt, den es in den verklärten Beschreibungen der alten Eidgenossen zwar kaum wirklich gab, aber als Bild immer wieder gerne gepriesen wird.

Thomas Hardegger

Nationalrat SP/Gemeindepräsident Rümlang

 

"Förderung des gemeinnützigen oder preisgünstigen Wohnungsbaus. Vorkaufsrecht für Gemeinden"

Votum im Nationalrat am 15. Juni 2017

Meine Motion 15.3651, "Förderung des gemeinnützigen oder preisgünstigen Wohnungsbaus. Vorkaufsrecht für Gemeinden", verlangt, dass der Bundesrat dafür sorgt, dass die Gemeinden ein fakultatives Vorkaufsrecht zugunsten des gemeinnützigen oder preisgünstigen Wohnungsbaus erhalten und dass er die Bedingungen dafür festlegt.

Parlamentarische Initiative Reimann Maximilian. Heraufsetzung der periodischen vertrauensärztlichen Kontrolluntersuchung für Senioren-Autofahrer vom 70. auf das 75. Altersjahr