Thomas Hardegger

Am 20. Oktober 2019 wieder in den Nationalrat!

Unterstützen

Paaren, die auf natürlichem Weg keine Kinder bekommen können, steht heute die Möglichkeit der künstlichen Befruchtung – der In-vitro-Fertilisation (IVF) – zur Verfügung. Mit Hilfe von IVF kommen heute in der Schweiz rund 2000 Kinder zur Welt. Dabei dürfen mit künstlicher Befruchtung nur drei Eizellen entwickelt werden, die der Frau sofort eingesetzt werden. Damit hat die Frau oft auch unangenehme und belastende Folgen in Kauf zu nehmen: Ist die Einpflanzung nicht erfolgreich, muss die Behandlung – inklusive vorbereitende Hormonbehandlung – wiederholt werden. Entwickelt sich ein Embryo mit einer schweren Krankheit, steht das Paar vor der schwierigen Entscheidung der Abtreibung. Auf der anderen Seite sind auch Mehrlingsschwangerschaften häufiger.

 

Die vorgeschlagene Neuregelung will, dass „nur so viele menschliche Eizellen ausserhalb des Körpers zu Embryonen entwickelt werden, als für die medizinisch unterstützte Fortpflanzung notwendig sind“. Zudem dürfen Paare, die Träger einer schweren Erbkrankheit sind, die Embryonen vor der Einpflanzung untersuchen lassen, so dass Embryonen eingepflanzt werden, die keine Gendefekte aufweisen. Nicht zugelassen sind die gezielte Selektion nach Geschlecht oder anderen Körpermerkmalen und die Züchtung von sogenannten Retterbabys.

Es ist absurd, Paaren die Untersuchung der Embryonen aus ethischen Gründen vor der Einpflanzung zu verweigern, ihnen aber zuzumuten, dass sie später einen Fötus aus medizinischen Gründen abtreiben müssen. Viele Paare, die Träger von Erbkrankheiten sind oder die auf natürlichem Weg, keine Kinder bekommen, lassen sich deshalb heute im Ausland behandeln, wo dies in fast allen Ländern legal ist.

Zurecht wird die Frage aufgeworfen, ob damit Kinder mit einer Behinderung und deren Eltern nicht noch mehr stigmatisiert würden. Die solidarische Haltung der Gesellschaft zu allen Kindern und Eltern muss aber aus einer notwendigerweise zu führenden Diskussion hervorgehen, mit alter und mit neuer Regelung. Dies ist aber kein Grund Paaren, die vom medizinischen Fortschritt profitieren können, dies zu verwehren und sie sinnlosen Risiken auszusetzen.