Thomas Hardegger

Am 20. Oktober 2019 wieder in den Nationalrat!

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Viele Jahre durften wir stolz sein auf unsere Vorreiterrolle beim Recycling. Das sind leider tempi passati, aktuell produziert die Schweiz europaweit am zweitmeisten Abfall pro Person, und beim Kunststoff beträgt die Recycling-Quote magere 11%. Kein Wunder ist der ökologische Fussabdruck der Schweiz beschämend schlecht: Wirtschaften wir so weiter, verbrauchen wir so viel Ressourcen, wie wenn uns 3,3 Erden zur Verfügung stünden. Damit konsumieren wir bereits die Güter, die unseren Kindern und Enkeln zustünden. Und mit dem übermässigen Verbrauch tragen wir zur Klimaerwärmung bei, die Wetter, Natur und Wirtschaft unberechenbar macht.

Die Volksinitiative «Grüne Wirtschaft» will, dass wir uns verfassungsmässig verpflichten, bis ins Jahr 2050 den ökologischen Fussabdruck so zu senken, dass wir unsere Umwelt im Gleichgewicht halten. Die grosszügige Frist von 34 Jahren reicht aus, so dass kein abrupter Konsumverzicht notwendig ist. Auch von Komforteinbussen kann keine Rede sein, wenn bei der Produkteauswahl die schlimmsten Energieschleudern aus den Regalen verschwinden. Die Wirtschaft ist längstens bereit; ressourcenschonende Verfahren sind entwickelt und viele Unternehmen schafften noch so gerne innovative Arbeitsplätze, würden ihre Erfindungen zum Standard erklärt. Die verantwortungsbewussten Unternehmen wären dann gegenüber den Umweltschmarotzern nicht mehr benachteiligt. Viele Schweizerinnen und Schweizer achten schon heute beim Konsum auf die Umweltfolgen, andere erhoffen sich den für sie notwendigen «Stupf», damit auch sie ohne permanente Kontrolle beim Einkaufen ökologischer handeln, weil zum Beispiel geraubtes Regenwaldholz gar nicht mehr im Angebot ist.

Der Bundesrat wollte in einem Gegenvorschlag mit konkreten Massnahmen aufzeigen, wie die Ziele der Initiative erreicht werden können - das Parlament hat sich jedoch der Verantwortung entzogen und den Gegenvorschlag abgelehnt. Mit der Annahme der Initiative können die Stimmberechtigten nun das Parlament beauftragen, die Massnahmen zu bestimmen, die auch unseren Nachkommen eine lebenswerte Umwelt sichern.